Léoville-Barton

Das Château Léoville Barton im St. Julien ist eines der berühmtesten Weingüter von Bordeaux. Es wurde in der Klassifikation von 1855 als Deuxième Grand Cru Classé eingestuft. Léoville Barton hat eine spannende Geschichte, war es doch mit Léoville Las Cases und Léoville-Poyferré bis ins 18. Jahrhundert ein Besitz.
Mitte des 17. Jahrhunderts gehörten die Ländereien entlang der Gironde der Familie de Moytié. Nach verschiedenen Erbfolgen, Streitereien etc. wurde Blaise Antoine Alexandre de Gasq Besitzer von Léoville. Nach dessen Tod im Jahre 1769 ging der Besitz an seine vier Neffen unter der Leitung des Marquis de Las Cases über. Während der französischen Revolution musste dieser ausser Landes fliehen. Dabei trennte er sich von einem Teil der Rebfläche, welche den Grundstein des späteren Château Léoville-Barton bildete.
Im Jahre 1815 übernahm der Sohn des Marquis, Pierre-Jean de Las Cases das Weingut. Im Rahmen der Erbfolge wurde das Weingut im Jahre 1840 abermals geteilt. Während Pierre-Jean nahezu zwei Drittel behielt (Château Léoville-las-Cases), wurde das andere Drittel seiner Schwester Jeanne de Las-Cases übertragen, welche wiederum durch Heirat mit Jean-Marie de Poyferré ihrem Besitz den Namen Château Léoville-Poyferré gab.
Die Familie Barton, ursprünglich aus Irland, galt im 18. Jahrhundert als bedeutendster Weinhändler von Bordeaux. Hugh Barton kaufte im Jahre 1821 das Château Langoa-Barton und kurze Zeit später erwarb er einen Teil des Léoville-Besitzes und gründete daraus das Château Léoville-Barton. Ab 1951 war dann Anthony Barton für die Geschicke des Weinguts verantwortlich. Er, gilt als Grandseigneur des Bordeaux-Weines und ist berühmt für seine Anekdoten. So stammt einer der schönsten Sprüche im Bordeaux von ihm: „Eine Magnum-Flasche? Genau die richtige Grösse für einen schönen Abend. Vorausgesetzt man beginnt mit einem Champagner, man endet das Menü mit einem Sauternes, und man ist alleine zuhause“…
Mit Tochter Lilian Barton Sartorius stieg 1978 bereits die 9te Generation ins Unternehmen mit ein und auch deren Kindern Mélanie & Damien arbeiten nun bereits im Weinbusiness und werden wohl eines Tages für die Kontinuität des Weinguts sorgen.